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Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen e.V.



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Presseerklärung zur Herbsttagung der Bischofskonferenz 1999

Der Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen e.V. gibt zur Wiederwahl Bischof Lehmanns und zu den Vorgängen der jüngsten Vergangenheit um den sog. Würzburger Kompromiss folgende Erklärung ab:

1. Der ZPV bedauert außerordentlich die Wiederwahl Bischof Lehmanns am heutigen Tage - laut Pressemeldungen „mit großer Mehrheit“ -, da er in ihm den eigentlich Verantwortlichen für den Glaubwürdigkeitsverlust in der deutschen Kirche sieht. Das Taktieren um den sog. „Beratungsschein“, der von vielen zu Recht als „Tötungslizenz“ bezeichnet wird, hat für die Nichtkatholiken den Anschein erweckt, als sei das Töten ungeborener Kinder mit der katholischen Morallehre vereinbar.

2. Die mangelnde Solidarität der deutschen Bischöfe mit dem Nachfolger Petri und Stellvertreter Christi auf der Erde, die dem Papst nicht schon nach dessen Brief an die deutsche Bischofskonferenz vom September 1997 in Fulda gefolgt sind, sieht der ZPV in erster Linie als Werk Bischof Lehmanns. Obwohl er selbst nach dem Papstbrief vom Januar 1998 an die Bischofskonferenz in Lingen gesagt hat, dass die Bischöfe dem Wunsch des Papstes folgen würden, hat er sein Gewicht als Vorsitzender der DBK in dieser Frage nicht in die Waagschale geworfen und die Entscheidung zum Ausscheiden aus der „Schein-Beratung“ eingeleitet, sondern vielmehr durch kirchenpolitisches Taktieren ein weiteres Schreiben des Papstes vom Sommer dieses Jahres provoziert.

3. Die Vorstellung eines Briefes des Apostolischen Nuntius durch Bischof Lehmann als mit der Position des Papstes übereinstimmend, ermöglichte die Beibehaltung der inkriminierten „Schein“-Praxis. Die Androhung gerichtlicher Schritte zu dessen weiterer Anerkennung nach §218 (5) durch Lehmann bestätigt die fehlende Gehorsamsbereitschaft dem päpstlichen Schreiben gegenüber.

4. Bischof Lehmann stellt daher keine integrative Persönlichkeit des deutschen Episkopats dar. Die Art und Weise, wie er in der Öffentlichkeit mit Mitbrüdern aus dem bischöflichen Amt umgeht (s. Erzbischof Dyba), beweist zur Genüge, dass nicht das Ringen um den Standpunkt der kirchlichen Lehre im Vordergrund steht, sondern das um Einfluss und öffentliches Ansehen.