Zusammenschluß petrus-treuer Vereinigungen e.V.    Titelseite


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Ein neuer Dachverband

Kennen Sie dieses Gefühl? Sie haben sich unter den vielen kirchlichen Vereinen, Verbänden und Organisationen eine der wenigen ausgewählt, die nicht der Ansicht sind, daß ein Wort des Papstes, allein schon, weil es vom Papst gesagt ist, irrelevant – wenn nicht gar als unmenschlich zu bekämpfen – ist. Sie halten es nicht für einen Wert, von der „Unterdrückung“ der kirchlichen Lehre befreit zu werden, weil es für Sie nicht Unterdrückung ist, sondern die Freiheit der Kinder Gottes, das, was dem menschlichen Leben Ziel und Sinn gibt. Und auf diesem Weg sind Sie dankbar für die Wegweisung, die Christus selbst durch den Mund des Nachfolgers Petri gibt, dem die Leitung der Kirche und der Dienst der Wahrheit anvertraut sind.

In diesem Bewußtsein möchten Sie Ihr Leben und die Arbeit Ihres Verbandes gestalten. Im Rahmen der deutschen Kirchenorganisation jedoch sind Sie Teil der kirchlichen Dachverbände, allen voran des ZdK, das den Anspruch erhebt, für den gesamten deutschen Katholizismus zu sprechen. Und von dort hören Sie das Gegenteil von dem, wofür Sie mit Ihrem Verband eintreten wollen: allem voran den Aufruf, dem Papsttum ein Ende zu bereiten, aus der Botschaft Christi nur noch das zu bewahren, was „zeitgemäß“ ist – als wenn Christi Botschaft jemals „zeitgemäß“ gewesen wäre.

Sie kennen dieses Gefühl, den Ärger, von den Verbänden, die die Vertretung der deutschen Katholiken sein sollen, weder als einzelner Katholik noch als Verband vertreten zu sein? Oder Sie haben sich aus diesem Grunde geweigert, um Anerkennung bei den Bischöfen als katholischer Verein nachzusuchen, um nicht Teil dieser kirchlichen Vereinsorganisation zu werden?

Diese Situation war es, die uns im Jahre 1998 dazu veranlaßt hat, uns beim Katholikentag in Mainz zu einem neuen Dachverband zusammenzuschließen, und zwar auf der Basis der katholischen Lehre als ganzer, in Einheit mit dem Lehramt und den mit ihm verbundenen Bischöfen.

Der Impuls zur Einigung stammt von Bischof Dr. Rudolf Graber. Er schrieb im Herbst 1968 an einen Freund: „[Ich habe mich] sehr gefreut über Ihre Einstellung und über Ihre Treue zur Kirche. Sie haben recht: viele Menschen sind bestürzt über das, was sich in den letzten Zeiten in der [deutschen] Kirche ereignet hat. Aber was tun? Ich bin der Meinung, daß sich heute alle, die unter diesen Dingen leiden, stärker zusammenschließen müßten. Vielleicht kann das doch in absehbarer Zeit geschehen.“

Ob Bischof Graber geahnt hat, welche Entwicklung die Kirche noch nehmen würde, wissen wir nicht. Einigung und Einigkeit wollen erkämpft sein: durch Gebet und vernunftgeleiteten Gehorsam gegenüber dem päpstlichen Lehramt, hat doch Jesus Christus selbst für die Einheit der an ihn Glaubenden gebetet (Joh 17,20f.).

Die Entwicklung der katholischen Kirche im deutschen Sprachraum macht es notwendig, die Kräfte zusammenzuführen, die den ihnen geschenkten Glauben, das lebendige Wasser, nicht einfach gegen die trübe Brühe der Zisternen (Jer 2,13) eintauschen wollen. Wir wollen damit ermöglichen, daß die Verbände, die sich nicht vom ZdK instrumentalisieren lassen wollen für die Schaffung einer neuen Kirche, einer anderen Kirche, die nicht mehr die katholische Kirche ist und nicht mehr die Kirche Jesu Christi, daß diese Verbände mit einer Stimme sprechen können. Erheben doch allein die mit Recht Anspruch auf den Ehrennahmen „Katholiken“, die mit dem Stellvertreter Christi im Glauben verbunden sind. Und nur die Vereinigungen, die dem päpstlichen Lehramt treu sind, können dem Anspruch gerecht werden, Katholiken zu repräsentieren. Einigkeit ist nur erreichbar in beharrlichem Erinnern an Gottes eine Botschaft in Jesus Christus, wie der hl. Paulus schreibt: „Ist denn Christus zerteilt?“ (1Kor 1,13) Einigkeit ist uns geschenkt im Glauben an den einen Herrn, in dem Glauben, der authentisch durch das mit dem Papst verbundene Lehramt erhalten wird.

Wir wollen diese Einigkeit und Einheit leben. Deshalb lassen wir jedem Verein, der sich zum Eintritt entschließt, seine Eigenart. Einzige Voraussetzung zum Eintritt ist der Wille, sich am kirchlichen Lehramt orientieren zu wollen. Aus diesem Grunde ist es für uns auch unerläßlich, in Fragen der Liturgie mit der Gesamtkirche übereinzustimmen. Der tridentinische Meßritus hat seinen Ort da, wo er Menschen hilft, das Opfer unseres Herrn mitzuvollziehen. Aber wir halten daran fest, daß nach dem Willen Christi die Gläubigen nicht nur sakramentalen, sondern auch verstehenden und mitfeiernden Anteil haben sollten an den Geheimnissen des Heils, und daß aus diesem Grunde der unter Paul VI. erneuerte Ritus der Sakramente nicht verworfen werden darf, sondern vielmehr mit Leben, Glauben und Verstehen erfüllt werden muß.

Wir haben uns zusammengeschlossen, um unsere Stimme erheben zu können, weil wir der Ansicht sind, daß der vollständige katholische Glaube in unserer heutigen Zeit notwendiger ist denn je, daß unsere Welt hungert nach dem Wort, das Christus ihr in diesem Glauben geben will und das – gerade bei uns in Deutschland – in vielfältiger Weise zurückgehalten und seines eigentlichen Inhalts beraubt wird. Wir wollen dazu beitragen, daß die Gläubigen die Wegweisung, auf die sie warten, auch erreicht, und daß sie nicht im Geschrei der Medien und kirchlichen Organisationsdickichte untergeht, damit sie so dem Wort der Schrift gemäß handeln können: „Glaubet nicht jedem Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind...“ (1Joh 4,1).



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