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Kennen Sie dieses Gefühl?
Sie haben sich unter den vielen kirchlichen Vereinen, Verbänden
und Organisationen eine der wenigen ausgewählt, die nicht der
Ansicht sind, daß ein Wort des Papstes, allein schon, weil es
vom Papst gesagt ist, irrelevant wenn nicht gar als
unmenschlich zu bekämpfen ist. Sie halten es nicht für
einen Wert, von der Unterdrückung der kirchlichen
Lehre befreit zu werden, weil es für Sie nicht Unterdrückung
ist, sondern die Freiheit der Kinder Gottes, das, was dem
menschlichen Leben Ziel und Sinn gibt. Und auf diesem Weg sind Sie
dankbar für die Wegweisung, die Christus selbst durch den Mund
des Nachfolgers Petri gibt, dem die Leitung der Kirche und der Dienst
der Wahrheit anvertraut sind.
In diesem Bewußtsein
möchten Sie Ihr Leben und die Arbeit Ihres Verbandes gestalten.
Im Rahmen der deutschen Kirchenorganisation jedoch sind Sie Teil der
kirchlichen Dachverbände, allen voran des ZdK, das den Anspruch
erhebt, für den gesamten deutschen Katholizismus zu sprechen.
Und von dort hören Sie das Gegenteil von dem, wofür Sie mit
Ihrem Verband eintreten wollen: allem voran den Aufruf, dem Papsttum
ein Ende zu bereiten, aus der Botschaft Christi nur noch das zu
bewahren, was zeitgemäß ist als wenn
Christi Botschaft jemals zeitgemäß gewesen
wäre.
Sie kennen dieses Gefühl,
den Ärger, von den Verbänden, die die Vertretung der
deutschen Katholiken sein sollen, weder als einzelner Katholik noch
als Verband vertreten zu sein? Oder Sie haben sich aus diesem Grunde
geweigert, um Anerkennung bei den Bischöfen als katholischer
Verein nachzusuchen, um nicht Teil dieser kirchlichen
Vereinsorganisation zu werden?
Diese Situation war es,
die uns im Jahre 1997 dazu veranlaßt hat, uns beim
Katholikentag in Mainz zu einem neuen Dachverband
zusammenzuschließen, und zwar auf der Basis der katholischen
Lehre als ganzer, in Einheit mit dem Papst und den mit ihm
verbundenen Bischöfen.
Der Impuls zur Einigung
stammt von Bischof Dr. Rudolf Graber. Er schrieb im Herbst 1968 an
einen Freund: [Ich habe mich] sehr gefreut über Ihre
Einstellung und über Ihre Treue zur Kirche. Sie haben recht:
viele Menschen sind bestürzt über das, was sich in den
letzten Zeiten in der [deutschen] Kirche ereignet hat. Aber was tun?
Ich bin der Meinung, daß sich heute alle, die unter diesen
Dingen leiden, stärker zusammenschließen müßten.
Vielleicht kann das doch in absehbarer Zeit geschehen.
Ob Bischof Graber geahnt
hat, welche Entwicklung die Kirche noch nehmen würde, wissen wir
nicht. Einigung und Einigkeit wollen erkämpft sein: durch Gebet
und vernunftgeleiteten Gehorsam gegenüber dem päpstlichen
Lehramt, hat doch Jesus Christus selbst für die Einheit der an
ihn Glaubenden gebetet (Joh 17,20f.).
Die
Entwicklung der katholischen Kirche im deutschen Sprachraum macht es
notwendig, die Kräfte zusammenzuführen, die den ihnen
geschenkten Glauben, das lebendige Wasser, nicht einfach gegen die
trübe Brühe der Zisternen (Jer 2,13) eintauschen wollen.
Wir wollen damit ermöglichen, daß die Verbände, die
sich nicht vom ZdK instrumentalisieren lassen wollen für die
Schaffung einer neuen Kirche, einer anderen Kirche, die nicht mehr
die katholische Kirche ist und nicht mehr die Kirche Jesu Christi,
daß diese Verbände mit einer Stimme sprechen
können. Erheben doch allein die mit Recht Anspruch auf den
Ehrennahmen Katholiken, die mit dem Stellvertreter
Christi im Glauben verbunden sind. Und nur die Vereinigungen, die dem
päpstlichen Lehramt treu sind, können dem Anspruch gerecht
werden, Katholiken zu repräsentieren. Einigkeit ist nur
erreichbar in beharrlichem Erinnern an Gottes eine Botschaft
in Jesus Christus, wie der hl. Paulus schreibt: Ist denn
Christus zerteilt? (1Kor 1,13) Einigkeit ist uns geschenkt im
Glauben an den einen Herrn, in dem Glauben, der authentisch
durch das mit dem Papst verbundene Lehramt erhalten wird.
Wir wollen diese
Einigkeit und Einheit leben. Deshalb lassen wir jedem Verein, der
sich zum Eintritt entschließt, seine Eigenart. Einzige
Voraussetzung zum Eintritt ist der Wille, sich am kirchlichen Lehramt
orientieren zu wollen. Aus diesem Grunde ist es für uns auch
unerläßlich, in Fragen der Liturgie mit dem Papst
übereinzustimmen. Der tridentinische Meßritus hat seinen
Ort da, wo er Menschen hilft, das Opfer unseres Herrn
mitzuvollziehen. Aber wir halten mit dem Papst daran fest, daß
nach dem Willen Christi die Gläubigen nicht nur sakramentalen,
sondern auch verstehenden und mitfeiernden Anteil haben sollten an
den Geheimnissen des Heils, und daß aus diesem Grunde der unter
Paul VI. erneuerte Ritus der Sakramente nicht verworfen werden darf,
sondern vielmehr mit Leben, Glauben und Verstehen erfüllt werden
muß.
Wir
haben uns zusammengeschlossen, um unsere Stimme erheben zu können,
weil wir der Ansicht sind, daß der vollständige
katholische Glaube in unserer heutigen Zeit notwendiger ist
denn je, daß unsere Welt hungert nach dem Wort, das
Christus ihr in diesem Glauben geben will und das gerade bei
uns in Deutschland in vielfältiger Weise zurückgehalten
und seines eigentlichen Inhalts beraubt wird. Wir wollen dazu
beitragen, daß die Gläubigen die Wegweisung, auf die sie
warten, auch erreicht, und daß sie nicht im Geschrei der Medien
und kirchlichen Organisationsdickichte untergeht, damit sie so dem
Wort der Schrift gemäß handeln können: Glaubet
nicht jedem Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie aus Gott
sind... (1Joh 4,1).
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